Buntes Musik-Medley: Konzert ist eine Premiere!

 

Bei ihrem Konzert „Blas – Chor – MUSIK“ am Sonntag, 17. November um 19 Uhr in der Stadthalle Singen präsentieren der Madrigalchor Alu Singen und das Blasorchester der Stadt Singen ein buntes Medley unterschiedlichster Musikstücke für Bläser und Chor, teils speziell arrangiert für dieses Konzert. So treffen sich zwei langjährige Musikinstitutionen und Kulturträger der Stadt erstmals zum gemeinsamen Auftritt. Im Interview verraten David Krause (Dirigent des Blasorchesters) und Hartmut Kasper (Dirigent des Madrigalchors), die jeweils bei einem Teil des Programms die musikalische Leitung übernehmen werden, mehr über dieses besondere Projekt.

Der Madrigalchor Alu Singen wurde 1946 gegründet, das Blasorchester der Stadt Singen 1975. Wieso kam es erst jetzt zum gemeinsamen Konzert – oder gab es diese Idee schon länger?
Hartmut Kasper: Die Idee hatte vor drei Jahren ein Vorstandsmitglied formuliert. Hintergrund ist die für den Chor neuartige Klangkombination mit einem Blasorchester. Seit einigen Jahren führt der Chor Werke auf, die eher nicht zu dem „gängigen“ Repertoire
eines „klassischen“ Chores gehören. Die Vorlaufzeit für dieses Konzert beträgt fast drei Jahre, da zum einen ein geeigneter Termin gefunden
werden muss und zum anderen war das Blasorchester seit letzten Herbst auf der Suche nach einem Dirigenten.
David Krause: Man muss auch wissen, dass sich die beiden Formationen üblicherweise in unterschiedlichen Genres bewegen: Während das Blasorchester eher gehobene Unterhaltungsliteratur sowie konzertante Blasmusik macht, singt der Madrigalchor vorzugsweise sakrale Stücke und Opernliteratur. Eine Zusammenarbeit ist daher nicht so selbstverständlich wie es spontan scheint. Aber genau das macht für mich den Reiz des Projekts aus: dass beide Ensembles sich auf unbekanntes Terrain begeben.

Herr Krause, Sie wurden erst dieses Jahr zum Dirigenten des Orchesters berufen und sind direkt in dieses große Projekt eingestiegen …
Krause: Ja, das war eine turbulente Zeit. Man kennt das Ensemble noch nicht lang und darf gleich so ein spannendes Programm zusammenstellen! Das war ziemlich aufreibend und arbeitsintensiv. Wenn man dann aber in den Proben motivierte Musiker vor sich hat, die
regelrecht alles „aufsaugen“, was man sagt, und die so super mitmachen, entschädigt das für alles und man hat einfach viel Freude an seiner Arbeit.

Worin lagen die Herausforderungen bei diesem Doppelkonzert?
Kasper: Grundsätzlich muss Literatur gefunden werden, die für beide Ensembles eine gewisse Herausforderung darstellt, die getrennt einstudiert werden kann und im Zusammenklang für alle, auch das Publikum, interessant ist. Mit Musical- und Filmmusik hat sich der
Chor bisher noch nie beschäftigt, „Carmina Burana“ von Carl Orff ist dagegen fürs Orchester, dessen Repertoire im konzertanten sinfonischen Bereich liegt, ungewöhnlich. Außerdem haben wir auch „Neuzugänge“ gesucht und dafür u. a. gezielt mögliche Sängerinnen
und Sänger angesprochen, die den Klang des Chores bereichern.

Wie gestaltete sich die gemeinsame Probenarbeit?
Krause: Wir haben nach der Sommerpause mit den Proben für dieses Konzert begonnen, bereits unsere dritte Probe fand dann schon mit Chor und Orchester gemeinsam statt. Ich finde es sehr wichtig, dass alle Beteiligten früh eine Vorstellung davon bekommen, wie sich die einzelnen Teile nachher einmal zusammenfügen werden – und dass so jeder Mitwirkende weiß, was das gemeinsame Ziel ist. Die Proben
und das Arbeitsklima waren und sind sehr angenehm. Man spürt, dass sich alle auf dieses Projekt freuen und ihr Bestes geben. Da genügt oft schon ein kleiner Hinweis, um aufkommende Probleme in den Griff zu bekommen. Die Zusammenarbeit verläuft reibungslos, wir beide haben klare Vorstellungen und ergänzen uns gegenseitig sehr gut.

Sind nach diesem Konzert weitere gemeinschaftliche Auftritte geplant?
Kasper: Wir hatten bisher eine gemeinsame Probe, auf die alle Beteiligten positiv reagiert haben. Nach der Resonanz des Publikums sehen wir weiter!
Krause: Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht das letzte gemeinsame Konzert ist. Es ist noch nichts Konkretes geplant, aber Ideen sind vorhanden!

Quelle: Südkurier-Zeitschrift Nr. 242 der Stadthalle Singen vom Freitag, 18.10.2019

Interview zum Konzert „Blas – Chor – MUSIK“

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