Europäische Melodien beim Festkonzert

 

Blasorchester Singen überraschte und begeisterte in der Stadthalle

 

von Uwe Johnen

Dramatischer, spannender und gleichzeitig gefühlvoller konnten die Hontes Brass den Auftakt zum jährlichen Festkonzert des Blasorchesters Singen nicht gestalten. Mit dem Medley »Moment for Morricone« stimmte das sechsköpfige Blechbläserensemble die rund 450 Zuschauer in der Singener Stadthalle mit den berühmten Melodien aus den Spielfilmen »The Mission« mit »Gabriel’s Oboe« sowie den Titelsongs »Spiel mir das Lied vom Tod« und »Zwei glorreiche Halunken« auf den fast dreistündigen stimmungsvollen Konzertabend ein.

Abschied nehmen hieß es für Michael Stefaniak als Dirigent des Städtischen Blasochester Singen. Als Dank die sechs Jahre am Dirigentenpult gab es standing Ovations. swb-Bild: uj

»Europa« lautete das Motto, welches Blasorchesterpräsident Hartmut Rackow in seiner Begrüßungsrede aufgriff und politische Parallelen zog. Schlagzeuger auf ihren Inseln könnten beschließen, allein zu spielen oder dumpfe dissonante Töne der Hörner rechts außen könnten den Gesamtklang stören. »Vielleicht gelingt es unseren Dirigenten, die egoistischen Interessen Einzelner zu vereinen und ein Klangbild zu formen, das uns alle begeistert«, hoffte er und gab die Bühne für zwei wunderbare Ensembles mit hervorragendem Dirigat frei. Traditionell eröffnete das Jugendblasorchester der Jugendmusikschule unter der Leitung von Martina Bennet.

Das rund 25-köpfige Ensemble begann besonders klangvoll mit dem Stück »Fires of Mazama«, welches die Geschichte eines einst hohen Berges erzählt, welcher sich durch heftige Vulkaneruptionen zu einem umwerfend schönen Kratersee wandelt. Dass die »Pirates of the Carribean« für Stimmung sorgten, war bei diesem meisterhaft eingeprobten Stück keine Überraschung. Schließlich durfte sich das Jugendorchester erst unter langanhaltendem Applaus verabschieden, nachdem sie die Zuschauer mit einem Weihnachtsmedley richtig eingestimmt hatten.

Viel Lob sowie eine silberne Ehrennadel erhielt nach der Pause Trompeter Markus Schönle von Hermann Leiz, dem stellvertretenden Verbandspräsidenten des Blasmusikverbands Hegau-Bodensee.

Unter der Leitung von Michael Stefaniak begann das rund 48-köpfige Orchester eindrucksvoll mit Musik des Hip-Hop-Künstlers »Stromae« in einem Arrangement von Léonard Chevalier und begeisterte durch die Vielfältigkeit der Spielweise. Die Trompetenvirtuosen Thomas Kolb und Clemens Höpfner begeisterten das Publikum beim Solistenspiel in »La Strada« von Nino Rota. Durchaus als einer der Höhepunkte dürfte die stimmungsvolle Orchesterversion von »Silence and I« von Alan Parsons gegolten haben, welcher dieses Jahr auf dem Hohentwielfestival das Publikum begeistert hatte.

Sichtlich schweren Herzens übernahm Hartmut Rackow noch einmal das Mikrofon, um nach sechsjähriger Amtszeit den Dirigenten Michael Stefaniak zu verabschieden. Dieser war als Musiker im Orchester der südwestdeutschen Philharmonie aufgestiegen und steht daher dem Blasorchester nicht mehr zur Verfügung. »Ihn zeichnete aus, sich auch auf neues Terrain zu wagen, beispielsweise auch in den Genres Funk und Swing«, lobte Rackow die Meisterleistung des Dirigenten. Zum Abschluss war es Stefaniak wichtig, den Gästen das instrumental gespielte Stück Alan Parsons »Old and wise« zu spielen. Wie bereits im Sommer auf dem Hohentwiel berührte dieses Stück, erzählend von Abschied und Freundschaft, die Gäste in besonderer Weise. Gespielt durch das BOS stand das Stück dem Original in nichts nach. Die Anwesenden machten es schließlich durch standing ovations und lang anhaltenden Applaus Stefaniak nicht leicht, die Singener Bühne zu verlassen.

Pressebericht 05/2018 Wochenblatt

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