Historische Zäsur beim Blasorchester Singen

 

Markus Schönle gibt Amt des 1. Vorsitzenden nach 24 Jahren ab, Thomas Kolb folgt nach

 

Stehende Ovationen und minutenlangen Applaus gab es sicher selten in einer Jahreshauptversammlung. Beim Blasorchester der Stadt Singen kann der Schreiber dieser Zeilen dies für die letzten 20 Jahre ausschließen und auch aus den Jahrzehnten davor ist nichts Vergleichbares überliefert.

von links Präsident Harmut Rackow, der ehemalige Vorsitzende Markus Schönle und der zweite Vorsitzende Achim Birkenmayer

Dem scheidenden Vorsitzenden Markus Schönle galt diese große Beifallsbekundung für seinen Einsatz, seine Leistungen und die erzielten Erfolge in den vergangenen 24 Jahren. Präsident Hartmut Rackow erinnerte bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung in der Zunftschür der Poppele-Zunft an den Werdegang Schönles vom Eintritt in das Jugendorchester der Stadtharmonie im Jahr 1973 bis heute. Der junge Nachwuchstrompeter „durfte“ seinem strengen Ausbilder und späterem Musikprofessor Horst-Dieter Bolz noch den Kaffee besorgen. Als Vorsitzender führte er schließlich den Verein mit Tatkraft und Geschick sowohl durch schwierige Zeiten als auch zu großen Erfolgen wie das Klassikkonzert auf dem Hohentwiel 2006 oder die sehr erfolgreiche Teilnahme am Wertungsspielen 2009. Unzählige Auftritte, Konzertreisen und viele Termine mehr galt es in dieser Zeit zu organisieren und durchzuführen.

Der zweite Vorsitzende Achim Birkenmayer drückte seine Bewunderung für die Leistungen Schönles über so viele Jahre hinweg aus und überreichte im Namen des gesamten Orchesters ein besonderes Präsent für ihn und seine Frau Carmen: einen Rundflug über Schwarzwald und Hegau und zur Erholung ein anschließendes Wellnesswochenende. Im Hintergrund zeigten Bilder Szenen mit Markus Schönle und „seinem“ Orchester aus den vergangenen Jahren.

Auch Oberbürgermeister Bernd Häusler hatte ein Präsent parat und dankte Schönle im Namen der Stadt.

Berührt und erfreut nahm der scheidende Vorsitzende die Würdigungen entgegen und bekannte, dass er nie gedacht hätte, dieses Amt so lange auszuführen. Nach einem kurzen Rückblick auf die hinter ihm liegenden bewegten Zeiten versprach er seinem Nachfolger, dass er auf ihn zählen könne. Damit brachte er zum Ausdruck, dass er dem Orchester als Musiker weiter erhalten bleibt und der neue Vorsitzende jederzeit seinen Rat in Anspruch nehmen könne.

Dieser heißt Thomas Kolb und wurde kurz zuvor mit großer Mehrheit gewählt. Kolb ist 57 Jahre alt und seit 2006 im Singener Orchester. Zuvor führte ihn seine berufliche Laufbahn an verschiedene Orte im süddeutschen Raum. Überall blieb er seinem Hobby, dem Trompetenspiel, treu und schloss sich einer örtlichen Musikformation an. Begonnen hat er einst in der Stadtmusik seiner Heimatstadt Villingen. Wohnhaft ist Thomas Kolb im Singener Stadtteil Beuren.

(von links): Ines Amann, Christoph Bach, Anna Homburger, Alexander Weiß, Günter Sommer, Annemarie Wieland, Cornelia Reichel, Kerstin Klaissle-Laufer, Achim Birkenmayer, der neue erste Vorsitzende Thomas Kolb, Hartmut Rackow, Peddi Schwarz und Gabriele Becher-Waibel.

Bei den weiteren Wahlen wurde Präsident Hartmut Rackow in seinem Amt bestätigt, ebenso wie Annemarie Wieland (Schriftführerin), Alexander Weiß (Materialwart), Georg Walker (Vizedirigent) und Anna Homburger (Aktiv-Beisitzerin). Christoph Bach ist der neue Notenwart und Günter Sommer neu als Aktiv-Beisitzer im Vorstandsteam. Gabriele Becher-Waibel und Peddi Schwarz wurden als Passiv-Beisitzer neu- bzw. wiedergewählt.

Eine ganze Reihe an Ehrungen vom Verein und Blasmusikverband gab es für viele Jahre aktives Musizieren bzw. ehrenamtliche Tätigkeiten in der Vorstandschaft: Vor allem für Thilo Schuldt (25 Jahre beim BOS und damit Ehrenmitglied) und Kerstin Klaissle-Laufer (15 Jahre Kassierin), daneben für Ines Amann, Manfred Hauf, Caroline Renn, Hans-Peter Renn, Simon Weber und Egbert Wenger. Ralf Städele unterstützt den Verein seit 30 Jahren als Passivmitglied.

(Andreas Krieg)

Pressebericht Nr. 01/2018

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